SC Türkiyemspor – SV Gadderbaum (…und nen bißchen CanlarII)

Ein uns allen nicht unbekannter Virtuose der Ballbehandlung und -verarbeitung, nennen wir ihn Säghinio, wies mich vor kurzem auf die ungenügende Erfüllung meiner Berichtspflicht hin. Nun ja, zugegeben, ich bin ein wenig im Rückstand. Die Verschriftlichung der letzten Spiele hat es (leider/zum Glück) nicht über den Manuskript-Status hinaus geschafft.
Der Text zum Spiel bei Türkiyemspor sollte die Frage, ob mit vielen Toren attraktiver Fußball einhergehe, über die ein Verfasser von Wissenswertem über Bielefeld im Allgemeinen und den SV Gadderbaum im Besonderen in der Woche zuvor reüssierte, mit Nein beantworten, scheiterte aber an einer allzu ausufernden Vorrede, in der verschiedene Definitionen von attraktivem Fußball in eine wenig konklusive Abgrenzung von attraktivem – schönem – guten – erfolgreichen Fußball mündeten. Die dazu verwendeten belastbaren Quellen wie bspw. Huub Stevens oder Volker Finke ergaben zwar einen durchaus interessanten Diskurs, dieser ging jedoch weiter über meine intentionale Aussage – dass ich das Spiel trotz (oder gerade wegen) der Unmenge von Toren furchtbar langweilig fand – weiter hinaus, als erhofft. Im Folgenden das Wesentliche des Gekritzelten:

SC Türkiyemspor – SV Gadderbaum
Der Sportplatz Stadtheide war am vergangenen Sonntag das Reiseziel der Schar von SVG- Sympathisanten, die sich aufgemacht hatte das Auswärtsspiel ihres Vereins beim SC Türkiyemspor zu verfolgen. Gegen fünfzehn Uhr waren dort nicht nur die “Fans” des Heimvereins in der Minderheit, auch die Mannschaft tat sich zunächst schwer, elf Mann aufzubieten. Mit etwas Verspätung fanden sich dann aber doch genügend Sportsfreunde zusammen um eine komplette Elf zum Anstoß aufzustellen.
Der Gast aus Gadderbaum trat an mit Sepp im Tor, Hupe, Säge, Max und Robert in der Abwehr, Dammi, Jaîme, Rudi und Erdinc im Mittelfeld, sowie Sinan und Rama im Angriff und geriet zu keiner Zeit in Gefahr hier Punkte liegenzulassen. Nach einer gespielten Minute stand es 1:0 (Robert veredelt einen Eckball mit kunstvoller Technik (naja, ehrlich gesagt stand er einfach nur dem Ball im Weg, so das dieser von seinem Körper ins Tor abprallte…), nach zehn weiteren schon 3:0 (2:0,3:0 jeweils Rama). Es waren noch keine zwanzig Minuten gespielt, da hatte Rama seinen lupenreinen Hattrick zusammen (4:0 wieder Arslan).
Der Gastgeber versuchte sich daraufhin in kreativer Problemlösung, der bis dato Fänger spielende Sportskamerad ging ins Feld, ein bis dahin im Mittelfeld(?) kickender Sportsmann ins Tor, was am Spielverlauf jedoch nichts grundlegend änderte. Bis zum Halbzeitpfiff des Schiedsrichters waren die Gadderbäumlinge bei sechs Treffern angekommen (5:0 ET, 6:0 wieder Rama), Türkiyemspor konnte noch zu keinem konstruktiven Angriff oder gar eine nennenswerten Torchance verzeichnen. Alles in allem wenig unterhaltend das Ganze.
Nach dem Seitenwechsel ließ der SVG ein wenig nach, das Spiel wurde aber nicht wesentlich interessanter. Robin, kurz zuvor für den vierfachen Torschützen Arslan eingewechselt, traf zum 7:0. Ein wenig später fasste sich der technisch stärkste Türkiyemsporer (?) ein Herz und startete von der Außenlinie ein sehenswertes 30-40-Meter- Solo, degradierte die halbe Gadderbaumer Mannschaft zu Slalomstangen und traf zum nicht unverdienten Ehrentreffer (7:1). Im wesentlichen war’s das aber dann auch wieder von den Gastgebern, Gadderbaum traf zum 8:1 (Robin) und 9:1 (Sinan) ehe kurz vor Schluss der Blinde mit der Binde (Säge) per Elfmeter (mit seinem wohl einzigen Saisontor) den 10:1 Endstand herstellte.


Im Versuch über das Spiel gegen SV Canlar II zu schreiben verlor sich der Autor zeilenlang in der Beschreibung des geradezu romantischen Fußball-Idylls ‘Bollbrinker’. Der Schreiber vermochte anhand botanischer Begebenheiten (Rasen, der von außen über die Linie hinweg allmählich in den Asche-Platz hineinwächst) die Suche/Reise des Menschen nach/zu sich selbst, die Überwindung der Grenzen von Innen und Außen, Natur und Technik, ja die Manifestation der blauen Blume selbst (bzw. analog dazu des Balls der Erkenntnis) zu erkennen, ging dabei aber leider mit keinem einzigen Wort auf das Spielgeschehen ein. Weiß auch nicht, muss noch ‘ne Menge Restalkohol vom Vorabend im Spiel gewesen sein. Um der Berichtspflicht genüge zu tun versuche ich mich an das wesentliche zu erinnern: Der SVG war die klar bessere Mannschaft und hatte am Ende des Spiels deutlich mehr 100%ige Torchancen herrausgespielt, als Tore erzielt. Sinan und Hupe harmonierten auf Links ausgesprochen gut, Luschi, Säge, Rama und Robin erzielten Treffer und nach dem Spiel fehlten einigen SVG-Kickern Schuhe und Oberbekleidung…

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