14. Oktober 2005...04:36

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Sonntagmorgen, ach was sag ich, Morgen, für einen Studenten wie mich eigentlich viel eher nachts, erreicht die Redaktion planmäßig (noch ein wenig schlaftrunkend) um elf einen bemerkenswert unspektakulären Ascheplatz. Das Spiel läuft bereits. Das erste bekannte Gesicht gehört funky Funk.
Red: Morgen, …läuft schon?
Funk: Jau, seit viertel vor.
R: oh, bin ich wohl zu spät…
F: bist du nicht der Einzige.
R: (die letzten Worte des Gegenüber wohl wahrnehmend, aber begünstigt durch die nachtschlafende zeit noch nicht verstehend) wo sind denn die anderen?
F: da oben bei der zweiten Kabine.
R: wie steht’s?
F: 1:0. Für SCB.
R. Na Guten Morgen.
entsprechend der Uhrzeit leichtfüssig zu genannter kabine tänzelnd, verschafft sich die Redaktion einen Überblick über das gebotene Gebolze (eigentlich wollte ich hier Spiel schreiben, das verbietet sich im Nachhinein jedoch). Der Trainer steht ganz alleine auf der anderen Seite des Platzes, das sagt ja schon einiges. Ein zweiter Blick aufs Spielfeld genügt, und schon erklärt sich dem geneigten Betrachter der Spielstand (und vermutlich auch die isolierte Beobachterposition des Sportlehrers). während unglücklich agierende SVG-Spieler Probleme haben überhaupt zum reagieren zu kommen (von agieren wollen wir hier noch nicht sprechen), schießen die Sportskameraden vom SCB gerade aus aussichtsreicher Position am Tor vorbei. Da hat sich das frühe Auftstehen ja gelohnt.
An der Bank angekommen, sitzt da Sportsfreund Reibke. Mensch Timi, heute sitzen statt schwitzen, höhö? Aber der Kollege war am Vorabend (soweit die Red. das der Gerüchteküche richtig entnommen hat) mit russischen Arbeitskollegen zu berufswichtigen Planungsgesprächen zusammengetroffen (höhö) und hatte noch immer den ganz engen Helm auf. Dieser hindert ihn jedoch nicht daran hervorzuheben, er habe ja gar nicht verschlafen, sondern sei vielmehr pünktlich aufgestanden und pünktlich um 10:45 Uhr hiergewesen. Schade das da nicht das Trikotverteilen begann, sondern der Schiedsrichter das Spiel eröffnete.
Auf dem Platz bietet sich ein ähnliches Bild. Gerhard Bremer und Marcello Dieletanto (*Namen von der Redaktion aus Gründen der Anonymität geändert) schienen der horizontalen Schlafposition seit, hmmnajasagenwirmal so grob geschätzt einer Stunde (naja) entkommen zu sein und hatten offensichtlich noch Probleme ihren Körpern zu erklären, das sie jetzt nicht mehr schliefen sondern Fußball (oder so etwas in der Art) spielten (zumindest spielen sollten).
Nun begann auch das Redaktionsgehirn das Wachsein zu akzeptieren und erarbeitete die Bedeutung der eben gehörten bist-du-nicht-der-einzige-Bemerkung.
Die meisten Leser hätten sich gewünscht ich hätte die erste Halbzeit gar nicht erwähnt, aber mir fällt da noch mehr zu ein. Während einer etwa drei Minuten dauernden „Drang“phase, in der nur jeder dritte Ball verloren ging, stahl sich Kollege Schmalle von ganz außen immer mehr und mehr in die Mitte und besetzte, unerwartet und überraschend, für einen Moment die zentrale Stürmerposition und bekam, während die Redaktion noch Fragezeichen mit der Bank austauschte, den Ball und es folgte seine beste Szene der ersten Halbzeit. Es gab Elfmeter (warum weiß ich nicht, müsste ich den Schiri fragen). Dietel (Name diesmal wegen Erfolgsmeldung nicht geändert) trat an und… traf zum Ausgleich (wie is egal, wer trifft hat recht). Recht bald endet die genannte Drangphase. da man jetzt nicht mehr zurückliegt gehen die Bälle wieder verloren und nach vorne geht… geht irgendwas nach vorne? kurz vor der Pause erzielt der Gastgeber die verdiente erneute Führung.

Pause. Während die Spieler wie gerade geweckte Langzeitstudenten vom Platz schleichen, nimmt der Trainer einen kleinen Umweg, scheinbar zur mentalen Neustrukturierung. Ich krame im schlafenden Redaktionshirn nach den ohnehin nur rudimentär vorhandenen Biologiekenntnissen um zu klären, ob Murmeltiere eigentlich Frühaufsteher sind oder nicht.
Der Beginn der zweiten Halbzeit unterbricht mich dabei und es wachen wohl endgültig alle auf. Es wirken tatsächlich alle so als wären sie wach und willig hier noch zu gewinnen. Auch die Herreinnahme eines weiteren Stürmers schadet dem Spiel keineswegs, im gegenteil, der SVG spielt nun erfolgreich nach vorne. Nach einem Eckball springt der Ball ziel-und willenlos durch den Strafraum des SCB (der Schütze sieht das natürlich anders) und Säge (ausgerechnet der als berüchtigter Knipser gefürchtete) gab dem Ball einen Spannstoss und tatsächlich, der Ball fand sein Ziel im Tor. Säge schiesst den wichtigen Ausgleich (kein Witz)… das konnte selbst der Torschütze kaum fassen und sprintete daraufhin völlig ziellos über den Platz (von der Red unterstellte Gedanken des Torschützen: ich hab ein Tor geschossen! was soll ich tun! … kommt halt so selten vor). Und da das so selten vorkommt, und ich einer der wenigen Zeitzeugen bin, die sämtliche Tore von Säge bei den Herren gesehen hat (…also alle beide…), widme ich diesem exklusiven Ereignis noch ein paar Zeilen.



so, das muss dann aber auch reichen. lieber weiter im Spiel, das sich nun zu einem munteren Fußballspiel mit einem überlegenen gast entwickelt. Folgerichtig erarbeitet sich der SVG Torchancen. Es kommt zu einem Freistoß an der Außenposititon in der Nähe der Mittellinie. Verschiedene Spieler postieren sich im Strafraum der Gastgeber, so auch der letzte Torschütze, dessen Ruf nach dem Ball jedoch ungehört bleibt. Vielmehr sucht sich Freistossschütze Dietel den Adressaten für den Ball, ein kurzer Ruf („Timä“) und schon segelt der Ball in den Sechzehner und findet wie geplant in Tim Reibke seinen Abnehemer, der keine Probleme hat den Ball zur Führung im Tor zu versenken, um daraufhin auf den Trainer zuzusprinten und ihm in die Arme zu springen (wohl um sich für sein Zu-spät-kommen zu entschuldigen)(also ich weiß nicht ob so ein verschwitzter Torschütze auf dem Arm wirklich versöhnt…). 3:2. Während der Gastgeber jetzt hinten weiter öffnet um den Rückstand zu egalisieren, eröffnen sich Räume, die der SVG zu nutzen weiß. Als nächstes trägt sich Ramazan Arslan in die Liste der Torschützen ein und krönt damit seine wirklich gute Leistung. (Wenn ichs noch richtig im Kopf habe (es ist schon zwei Wochen her) der einzige, der auch im ersten Durchgang schon wach war und in der zweiten Hälfte wirklich groß aufspielte) Auch der zweiten Mannschaft (Glückwunsch zum erneuten Sieg und zur Tabellenführung) gefiel die genannte Leistung offensichtlich, und begleitete Ramazan bei seiner Auswechselung mit stehenden Ovationen und einer sensationellen Laola-Welle (für die Engländer: mexican-wave) vom Platz. Keine Fragen mehr. Daraufhin dachte sich Sportskamerad Schmallenberg, da möchte ich nicht hinten anstehen und schoß vorsichtshalber noch das 5:2.
Alles in allem ein auf Grund der zweiten Halbzeit verdienter Sieg, wobei man sich in der ersten Hälfte auch mehr Gegentore hätte fangen können, schwamm drüber.
Vielleicht war es auch ganz gut, dass die Spieler vor dem Spiel noch recht schlaftrunkend waren, so entdeckten sie erst nach dem Spiel den ausgehängten Artikel über das Dioxingutachten. Andererseits, als wir angefangen haben auf Schlacke zu kicken, wusste noch kein Mensch was Dioxin überhaupt ist, und wir leben alle noch.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Auswärtssieg (wie ist egal) und Säge schießt ein Tor (ich will die anderen Torschützen nicht weniger würdigen, aber die anderen treffen im Gegensatz zu Säge in dieser Saison ja noch häufiger)
so das wars hierzu, die schlechte erste Halbzeit ist mal wieder ausführlicher beschrieben als die Zweite, aber das könnt ihr ändern in dem ihr mal zwei Halbzeiten lang gut spielt (kam in dieser Saison ja schon so oft vor). ich muss jetzt aufhören, denn übermorgen steht Fichte an und ich hab noch nichts zum bosporus-Spiel geschrieben

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