…Vorsicht Überlänge, acht Spiele in einem Artikel…
Sechs (Mittlerweile) Acht Spieltage im Rückstand, erbärmliche Zustände sind das hier… in besagten sechs acht Partien bekleckerten sich meine (unsere) Gadderbäumlinge ebenfalls nicht grade mit besonders viel Ruhm (mal abgesehen von einer, allerdings auch in jener nur mit Abstrichen, dazu später mehr), vier fünf davon endeten mit Niederlagen. Allesamt mindestens unnötige – manche auch, wenn schon nicht unerklärliche, zumindest schwer verständliche – Punktverluste (Ausnahme: in einer Partie gab es keine Punkte zu verlieren). Aber der Reihe nach. Kramen wir in dunklen Ecken verwinkelter Hirnwindungen nach Erinnerungen und machen eine Zeitreise in die nähere Vergangenheit. Oder um mit Raoul Duke (a.k.a HST) zu sprechen: Böse Flashbacks und schlimme Erinnerungen…
#5: Ein übler Sonntag in Werther… dünner Kaffee, gemessen am Potential grausig ungeschicktes Gebolze gegen ein clever und abgezockt agierendes Heimteam und ein Kahnbeinbruch
Es begann alles schon wenig erfolgversprechend. Rund anderthalb Stunden vor Spielbeginn entschloss man sich auf Gadderbaumer Seite ausgerechnet den in dieser Publikation schon des Öfteren erwähnten Mann ohne Namensgedächtnis (nenne ihn der Einfachheit halber mal „Mr. Name-Brain“) den Spielberichtsbogen ausfüllen zu lassen¹, und somit mehr oder weniger den Bock zum Gärtner zu machen, was sich im Nachhinein als weniger gutes Omen erwies². Der SV Gadderbaum ging mit einem 4-4-2 mit Raute (wenn ich mich recht entsinne namentlich: Michel – Simon, Dennis, Max, … hmm, ich entsinne mich wohl doch nicht mehr so ganz, der rechte Außenverteidiger und der linke Mittelfeldläufer wollen mir irgendwie nicht mehr ins Gedächtnis kommen, was weniger mit deren als mehr mit meiner Leistung zu tun hat… Luschi und Erdinc waren ebenso wie Holle in der Raute aktiv (wenn auch nicht derart „aktiv“ wie ihr Trainer es sich gewünscht hätte), Basti und Robin bemühten sich im Sturm. So, Gratulation an alle, die sich an den Satzanfang noch erinnern können, die Klammer endet) und ohne die erforderliche Einstellung in die Partie. Nach nicht einmal zehn gespielten Minuten führte der Gastgebende TFC mit 1:0 durch einen Distanzschuss, bei dem der Gästefänger nicht allzu geschickt aussah (wobei es sich die anderen zehn Gadderbäumlinge etwas arg einfach machen würden, schöben sie die Schuld am Gegentreffer einzig auf den vermeintlichen Torwartfehler, schließlich wäre auch der Schuss an sich zu verhindern gewesen), eine weitere Viertelstunde später kassierte der SVG den zweiten Gegentreffer, als man lieber mit dem Schiedsrichter diskutierte, anstatt ordentlich zuzuordnen oder das schnelle Ausführen des – in seinem Zustandekommen möglicherweise diskutablen – Freistoßes zu verhindern. Als nach etwas mehr als einer halben Stunde der dritte Gegentreffer hingenommen werden musste, hatte der Gadderbaumer Übungsleiter endgültig genug und versuchte dem leblosen Haufen auf dem Feld durch zwei Wechsel (Philipp und Adrian für Luschi und…) wenigstens ein wenig Reanimation zukommen zu lassen (wobei ich mir fast sicher bin, dass er am liebsten neun bis zehnmal gewechselt hätte… oder auch gar nicht…). Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, hätte an jenem Sonntag allerdings auch eine Familienpackung Napalm nicht für ausreichend Feuer gesorgt und für ‘ne anständige Reanimation wäre wohl kiloweise Koks von Nöten gewesen. Damit bis zur Pause wenigstens dem Schiedsrichter noch ein wenig Beschäftigung widerfuhr, bewarb sich der fahnenschwingende Betreuer der Heimmannschaft durch wiederholte Unsportlichkeiten derart energisch um einen Feldverweis, dass der Schiedsrichter ihm dieses beim besten Willen nicht abschlagen konnte und zur Tat schritt (wohlgemerkt in der 40. Spielminute beim Stande von 3:0 für seine Mannschaft. Vorschnell urteilende Menschen könnten in Versuchung geraten, zu erahnen warum die KSK³ gegen jene Mannschaft eine Strafe verhängt hat (u.a. Heimspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit), andererseits sollte man nicht auf Basis von Einzelfällen voreilige Schlüsse ziehen, vielleicht war das ja auch nur eine Ausnahme und betreffender Herr ist ansonsten freundlichster Sportsgeist in Person, man weiß es ja nicht).
Das Spiel der Gadderbäumlinge wurde nach dem Seitenwechsel graduell etwas besser, erreichte aber zu keiner Phase der Partie die Qualität, die diese Mannschaft prinzipiell zu leisten im Stande ist. Immerhin verzichtete man auf Seiten des SVG nun darauf, weitere Gegentore hinzunehmen, sondern erzielte im Gegenteil sogar eigene Treffer (Robin und Basti, ohne Gewähr), doch so richtig vermochte auch der Anschlusstreffer die Sympathisanten an der Seitenlinie nicht von der Möglichkeit eines Punktgewinns zu überzeugen. Für die besten Momente der Begegnung sorgte ohnehin der Spielleiter. Zunächst verwarnte er einen der Wertheraner Spieler, welcher ob der gelben Karte einigermaßen verdutzt zurückblieb und fragend das Wort an seinen Trainer richtete (O-Ton: „Ich hatte doch schon gelb, oder nicht?“), was sich als Fehler erwies, denn daraufhin wurde nun der Kartengeber wiederum befragt, ob er nicht noch einmal in seinem Block nachsehen könne, was zur Folge hatte, dass besagter Spieler dann doch des Feldes verwiesen wurde. Eine weitere Unkonzentriertheit der selben Art widerfuhr dem Schiedsrichter jedoch auch noch ein zweites Mal. Ein weiterer am Spiel beteiligter Akteur wurde ebenfalls zweimal mit einer gelben Karte verwarnt, konnte aber trotzdem bis zum Abpfiff am Spielgeschehen teilnehmen*.
War sonst noch was? Hmm, ein besonders eloquenter Sportsfreund des gastgebenden Teams kündigte noch während des Spiels an, er wolle Teilen der SVG-Abordnung nach der Partie etwas zeigen (O-Ton: „Ey, pass auf, ich zeigs dir gleich! Jahaa, nach Abpfiff, pass auf, ich zeigs dir!“), ob seine Fäuste oder doch eher seine Pediküre war nicht mehr in Erfahrung zu bringen, da besagter Kicker letztendlich doch auf die angekündigte Demonstration verzichtete. Zur Abrundung des misratenen Sonntags brach sich das Gerstenkaltschalengewächs noch das Kahnbein (genauer gesagt das (den? Ich hatte nie Latein) Os scaphoideum, also das an der Handwurzel).
¹ so kam ich immerhin in den Genuss mal einen Spielberichtsbogen zu sehen (Premiere^^) und Spielerpässe zu begutachten (der letzte dieser Art, der mir unter die Augen kam, war mein eigener. Das muss in der B-Jugend gewesen sein und müsste mittlerweile auch ne Dekade her sein).
² und mich dadurch wohl für die Zukunft von dieser Aufgabe befreit.
³ nein, nicht Kommando-Spezialkräfte, Kreis-Spruchkammer.
4 den Namen des Betreffenden unterschlag ich an dieser Stelle vorsichtshalber mal, ich weiß nicht inwieweit so etwas im Nachhinein noch justiziabel ist (und sei es nur im Rahmen der Mannschaftskasse^^)
#6: Sonniger Sonntag, viele Tore, wenig Gegenwehr und ein trotz neun erzielter Treffer (zurecht) unzufriedener Trainer…
Am Sonntag darauf gastierte der KSC Bosna i Hercegovina im Stadion Dreesgen, präsentierte sich dabei jedoch als wenig brauchbarer Prüfstein. Zwar lag der SV Gadderbaum bereits nach wenigen Minuten mit 0:1 zurück, berappelte sich aber recht zügig und hatte im weiteren Verlauf wenig Probleme, einen ungefährdeten Heimsieg einzufahren. Bedauerlicherweise kann ich mich weder an Aufstellung, taktische Formation noch Torschützen erinnern, drum muss ich mich (und ihr euch) mit der Abfolge der Tore begnügen:
Anpfiff, 0:1, 1:1, 2:1, 3:1, 4:1, 4:2, Halbzeit, 5:2, 6:2, 6:3, 7:3, 8:3, 9:3, Abpfiff. (Der Presse entnehme ich, dass Robin (5x), Basti (3x) und Jaîme die Tore erzielten. An das von Jaîme erinner’ ich mich jetzt auch wieder, ‘n schöner Distanzschuss aus 16, 17 Metern)
Ziemlich gut ist mir jedoch noch im Gedächtnis, wie einstimmig unzufrieden einige Beobachter, geneigte Kreisliga-Sympathisanten und SVG-Trainer nach der Partie mit dem Spiel ihrer Mannschaft waren und sich ausführlich über verschiedene Unzulänglichkeiten austauschten. Man hätt’ die Nachtigall trapsen hören können, aber die wenigsten taten es, wie die Zukunft zeigen sollte…
#7: Ein wettermäßig erneut herrlicher Sonntag, ein für neutrale Beobachter fantastisches Fußballspiel (zumindest und vor allem in Hälfte eins), viele Tore und fehlende fußballerische Cleverness…
Die zahlreichen Zuschauer am Sportplatz in Oldentrup sahen eine abwechslungsreiche Partie mit vielen Torchancen, also das, was man landläufig ein attraktives Spiel nennen würde. In meinen Augen sind an Torchancen reiche Partien jedoch stets mit einem Makel behaftet, da Torchancen zumeist ein Fehler der jeweils anderen Mannschaft vorrausgeht. Ergo gehen viele Torchancen stets mit vielen Unzulänglichkeiten einher, und solche will man dann ja doch eher nicht sehen. Andererseits war das aus den zahlreichen Fehlpässen, Stellungs- und sonstigen Fehlern resultierende Auf und Ab schon eine packende Angelegenheit…
Der VfL aus Oldentrup startete besser ins Spiel als die Gäste und bestimmte den Beginn der ersten Halbzeit, überließ jedoch dem Gast aus Gadderbaum die beste Torgelegenheit der Anfangsphase (7. Minute, Robin), welche allerdings ungenutzt blieb. In den folgenden Minuten entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, der den geneigten Kreisliga-Sympathisanten zugegebenermaßen zu fesseln vermochte. Im Bemühen, vorrübergehend Ruhe in die Partie zu bringen, spielte die Hintermannschaft des SVG hintenrum über den eigenen Fänger und die Außenverteidiger, versäumte es aber, dieses gekonnt und sicher zu tun und fing sich so das erste Gegentor. Nur wenig später baute der Gastgeber im Anschluss an einen Eckball seine Führung auf 2:0 aus. Die deutliche Führung spiegelte zu jenem Zeitpunkt jedoch keinesfalls die Kräfteverhältnisse auf dem Platz wieder. Auch die Gadderbäumlinge stürmten kräftig mit und kamen zu einigen Torchancen. Die hochkarätigsten besaßen die Stürmer Robin und Basti. Ersterer semmelte zunächst ein fulminantes Geschoss aus etwa siebzehn Metern an den (von ihm aus gesehen) rechten Pfosten, ehe Simon nach einem energischen Vorstoß auf der rechten Seite zur Torlinie durchdrang und zweitgenanntem eine wunderhübsche Flanke (mit ordentlich Zug drin, eine der besten Flanken der Saison, wie ich finde. Böse Zungen könnten versucht sein zu behaupten, die einzig gute Flanke bislang in dieser Saison, aber soweit will ich an dieser Stelle mal nicht gehen.) auf die Pläte servierte, welche eigentlich nur noch eingenickt zu werden brauchte. Irgendwie gelang es besagtem Stürmer aber doch, den Ball nicht im Tor unterzubringen (wer ein studiVZ/meinVZ-Account hat, kann sich den gemeinten Kopfball bei Philipp angucken, Bild 26 von 43 im entsprechenden Album. Naja, „reden wir nicht mehr drüber“, nicht wahr^^).
Nun bin ich bedauerlicherweise an einem Punkt angelangt, an dem mich meine Erinnerung im Stich lässt. Mir will heute, einen Monat nach dem Spiel, partout nicht mehr einfallen, wann und in welcher Reihenfolge die weiteren Tore fielen, geschweige denn, wer selbige erzielte. Ich muss wieder zeitnäher meine Berichte formulieren, mea culpa, mea culpa, mea maxima… ihr kennt den Rest. Ich kann mich lediglich erinnern, dass eines der Gegentore in der zweiten Hälfte aus der Weigerung, bei einem langen Abschlag der Gastgeber den sogenannten ‘ersten Ball’ zu klären, resultierte (ich könnte denjenigen auch namentlich benennen, aber ich lass’ es lieber). Alle VZ’ler können meine Meinung zum Rest des Spiels an meinem Gesichtsausdruck auf Bild 39 von 43 im eben schon erwähnten Album ablesen, alle anderen müssen aus der Tatsache, dass der Gadderbaumer Trainer seinen Schützlingen an jenem Tag jegliche fußballerische Intelligenz absprach, ihre Schlüsse ziehen…
Ach so, Endstand VfL O – SV G 5:2.
# 2. Runde Kreispokal: Im Flutlicht leuchtender Rasen, ein großartiger Pokalfight inklusive Verlängerung und Elfmeterschießen und Rasensprenger
Der SV Gadderbaum und seine Pokalspiele. Höherklassige Gegner, der im Flutlicht beinahe auratisch glänzende Rasen, die andere Form des Wettbewerbs, wann immer diese Motivationsstimulanzen zusammentreffen bieten die Gadderbäumlinge ihren Zuschauern hochklassigen Fußballgenuss und großartige Spiele. Wer erinnert sich nicht an die Partie im letzten Jahr gegen den SV Hägar? Oder vor allem an die (zusammen mit dem Testspiel gegen die Profis vom Hatta Club Al-Shabab) beste Partie, die ich von den Gadderbäumlingen je gesehen habe gegen den TuS Dornberg. Damals (bitte runterscrollen bis zum fünfzehnten Post, ich bin grad zu blöd, den richtigen Anker zu finden um ordentlich zu verlinken, vielleicht gibt’s auch keinen vernünftigen Anker. Falls einer der hier Lesenden über ausreichend Kenntnisse in html-Programmierung verfügt, um mir weiterhelfen zu können, möge er es doch bitte tun, bspw. per Kommentarfunktion. Danke. In jedem Falle bitte ich um Entschuldigung für die durch meine Inkompetetenz verursachten Unannehmlichkeiten) noch unter Herberger…
Zur Beschreibung jenes Spiels könnte ich problemlos aus dem verlinkten Hägar-Artikel zitieren. „…und da war es wieder. Dieses kleine bißchen Extra-Motivation welches den ruhmreichen SV Gadderbaum zuweilen Glanzleistungen des Kreisliga-Fußballs zelebrieren lässt.“ Oder auch: „Vom Anpfiff weg präsentierten sie sich höchst engagiert und konzentriert und bekamen die Partie durch Laufbereitschaft, Einsatzwille und Spielwitz schnell unter Kontrolle. Die Abwehr ging verlässlich zur Sache und ließ wenig zu, die Mittelfeldreihen brillierten mit durchdachter Spieleröffnung und die Stürmer wussten sich oftmals geschickt in Position zu bringen. [...] Außenverteidiger wurden in sich bietende Räume geschickt und kamen zu Flankenversuchen von der Grundlinie, zügige Passstaffetten überbrückten in raschem Tempo das Mittelfeld [...].“
Ähnlich gut agierten die Dreesgen-Dribbler auch in dieser Partie, deshalb handelt es sich auch um die in der Einleitung erwähnten Ausnahme. Der SVG bekleckerte sich nicht nur mit Ruhm, er lieferte ein gutes und sehenswertes Spiel ab und bewies zu welch außergewöhnlich gutem Fußball diese Mannschaft fähig ist. Von Abstrichen sprach ich, da diese hochklassige Darbietung der Fußballkunst auch deutlich machte, dass die Gadderbäumlinge offenbar nur mit Hilfe der eben skizzierten Motivationshilfen in der Lage sind, ihr gesamtes Können abzurufen. Letzteres geschieht im schnöden Liga-Alltag leider höchst selten, was wenig Gutes über die allgemeine Einstellung zum Spiel erkennen lässt (man könnte auch die reichlich unpassende Bezeichnung der mangelnden Arbeitsmoral bemühen). Gegen einen von der Papierform wesentlich besser einzuschätzenden Gegner ein gutes Spiel abzuliefern scheint nicht allzu schwierig (um nicht zu sagen: gegen die Bayern zu spielen ist immer einfach), wahre Klasse beweist sich im Allgemeinen dann, wenn man derart gute Leistungen auch gegen „normale“ oder schwächere Kontrahenten zu leisten im Stande ist. Aber genug davon, das entwickelt sich hier in die völlig falsche Richtung. Anstatt hier mit wilden und unzulänglichen Spekulationen Kritik (welche mir nüchtern betrachtet auch gar nicht zusteht) an meiner (fast) liebsten Fußballmannschaft zu üben, wollte ich eigentlich an dieser Stelle ein im Gewande eines Spielberichts daherkommendes Lob formulieren. Das hat schonmal nicht geklappt… ich bitte um Verzeihung. In diese Bitte schließe ich gleich noch mit ein, es mir nachzusehen, dass ich mit der Formulierung eines Spielberichts (erneut) viel zu lange gewartet habe, so dass meine rudimentäre Erinnerung an jenes Spiel leider kaum noch einzelne Szenen, Torchancen, gelungene Spielzüge oder Ähnliches beinhaltet. Der Bericht wird also nicht annähernd die Qualität des zu beschreibenden Spiels erreichen.
Hell erleuchtet vom strahlenden Flutlicht empfing der Dreesgen an jenem Mittwochabend vor vier Wochen den A-Ligisten FC TürkSport zur zweiten Runde im Kreispokal. Nachdem der SV Gadderbaum sich in der Runde zuvor souverän mit 2:0 gegen den Kontrahenten Freilos 06 durchsetzen konnte, ging er guten Mutes auch in diese Partie. Federführender Trainer war an jenem Abend Sportsfreund Görner, der den verhinderten Chef vertrat und die folgende Elf aufs Feld schickte. Michel hütete das Tor, Jaîme und Henning verteidigten außen, Robert und Max innen. In der Mittelfeldraute besetzte Käpitän Luschi wie gewohnt die zentral-defensive Position, Dammi gab den 10er, Adrian (links) und Marius (rechts) besetzten die Außenpositionen, das Sturmduo bildeten, wenig überraschend, Basti und Robin. Die Gadderbäumlinge kamen gut ins Spiel und machten es dem A-Ligisten vom Anpfiff weg äußerst schwer, seiner vermeintlichen Favoritenrolle gerecht zu werden. Durch konsequente Zweikampfführung, geschickte Raumaufteilung und (die für jedes gute Fußballspiel unvermeidliche) hohe Laufbereitschaft stellte man zügig spielerisches Gleichgewicht her, wenn man nicht gar – zumindest durch die Gadderbaumer Brille betrachtet – Feldüberlegenheit gewann.
Folgerichtig schien der Führungstreffer zum 1:0 durch Basti nach einer guten Viertelstunde durchaus verdient. Konzentration und Einsatz blieben weiterhin auf hohem Niveau, so dass man die Führung gekonnt zu verteidigen wusste und dabei stets um den Ausbau der selbigen bemüht blieb. Das größte Highlight der ersten 45 Minuten stellte jedoch (ohne den 22 Kickern zu Nahe treten zu wollen) auf jeden Fall der Auftritt des Rasensprengers dar, welcher sich nach etwa 25 Minuten entschloss, es sei nun aber wirklich dringend an der Zeit, die (von der Bank aus gesehen) rechte Hälfte des Spielfeldes zu sprengen. Und, einmal in Fahrt gekommen, die Ersatzbank vorsichtshalber gleich mit. Sehr amüsante Nummer, hab ich in der Form live anwesend auch noch nicht erlebt. Nach ein paar Minuten (und nachdem irgendeiner der Ortskundigen den richtigen Wasserhahn gefunden hatte, nehme ich mal an) ging es dann mit dem Ball weiter. Die Pausenführung sorgte bei den Zuschauern für verhaltenen Optimismus. Mit der gezeigten Leistung könnte hier und heute was gehen. (Ich persönlich war durch die Führung mal wieder nervös wie der durchschnittliche GI bei der Landung in der Normandie. Mein Organismus wäre mit einem Rückstand eher einverstanden gewesen, ganz im Gegensatz zu meinem Gemüt, Herz, Seele, wie auch immer man den nicht-körperlichen Teil eines Menschen nennt. Das ist bei 1:0-Führungen bei mir aber immer so, die machen mich viel nervöser als Rückstände, aber Schluss damit, um mich soll es hier ja nicht gehen.)
Nur wenige Minuten nach Wiederbeginn lies erneut Sportskamerad Basti das gegnerische Netz zappeln und erhöhte auf 2:0 für die Gastgeber. Dieses war abermals Ausdruck der und gerechte Belohnung für die geschlossen gute Mannschaftsleistung. Mit diesem zweiten Gegentreffer waren die Gäste vom FC TürkSport nun endgültig aus ihrer Apathie erwacht und verstärkten im Ansinnen, die nächste Pokalrunde zu erreichen, merklich den Druck. Mit zunehmender Spieldauer demonstriert der Gast dann (zumindest phasenweise) auch seine A-Liga-Zugehörigkeit, ohne dass jedoch ein deutlicher Klassenunterschied zwischen den beiden Teams erkennbar gewesen wäre. In Folge der verstärkten Bemühungen erzielte der FC zunächst den Anschlusstreffer, und im weiteren Verlauf der Partie letztlich auch den Ausgleich. Für das größte Ämusement auf der Gadderbaumer Bank sorgte wenige Minuten vor Schluss Innenverteidiger Max, der mit der lauthals gestellten Frage: „Jaîme, biste da?!“ sicherstellen wollte, ob der angesprochene Kicker seine Position nun auch einhalten wollen würde. Nur wenig später waren die neunzig Minuten abgelaufen und der Unparteiische pfiff das Spiel ab. Die Verlängerung stand an. Für die meisten Spieler und auch für mich eine Dreesgen-Premiere und eine überaus spannende Angelegenheit. Vor lauter Zittern und Mitfiebern hab ich die 30 Minuten ehrlich gesagt mehr als verschwommene Masse, denn als aus einzelnen Aktionen bestehendes Fußballspiel. Auch die gelb-rote Karte für Jaîme in der ungefähr 119. Minute hab ich eher beiläufig registriert, keinesfalls als Platzverweis mit den sonst üblichen Konsequenzen eingeordnet (mag allerdings auch daran gelegen haben, dass die numerische Unterzahl auf die letzte zu spielende Minute keinen Einfluss mehr hatte). Nach den beiden Viertelstunden Nägelkauen hatte keines der beiden Teams einen weiteren Treffer erzielt, es sollte also Elfmeterschießen geben, und ein solches hab ich live vor Ort wirklich ganz selten mal erlebt (das letzte mal in Milse, gegen Kroatia in der Saison 05/06).
Das Los (oder vielmehr die Münze) wollte es so, dass die Gadderbäumlinge den ersten Versuch zugeteilt bekamen. Robin trat an. Und verwandelte. Ebenso der erste Schütze der Gäste. Daraufhin war Holle an der Reihe, welcher ebenfalls traf. Die Gäste gaben sich keine blöße und glichen erneut aus. Als nächstes begab sich der Kapitän an den Punkt, doch der Gästefänger parierte seinen Versuch. TürkSport bekam also die Möglichkeit, das erste mal überhaupt in der gesamten Partie in Führung zu gehen und nutzte sie. Nun war es an Fänger Michel, den Ausgleich wieder herzustellen, doch auch er scheiterte am Hüter. Der folgende Schütze traf und beendete damit die sehenswerte und packende Pokalpartie. Endstand: 4:6 (2:2)(2:2)(1:0)
#8 Heimspiel gegen Oesterweg
Dieses Spiel ist zwar ehrlich gesagt gar nicht soo arg lange her, trotzdem kann ich mich nur noch an eine einzige Aktion des Gastspiel der SG Oesterweg auf dem Dreesgen erinnern. In dieser verlängerte ein Sportskamerad der Gäste einen Freistoß per Hacke zum 2:1 ins Gadderbaumer Netz. 2:1 war auch der Endstand, aber sonst… ich hab keinen blaßen Schimmer mehr. Ob das am möglicherweise blaßen Spiel gelegen haben mag, kann ich nicht beurteilen, weil mir wirklich rein gar nichts mehr zu der Partie einfallen will. Hmpf. Der Lokalpresse ist zu entnehmen, dass Simon den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte. Deswegen nehme ich mal der Einfachheit halber an, dass jener im Sturm aufgelaufen ist. Zu ausführlicherer Berichterstattung bin ich leider nicht in der Lage.
#9 Kunstrasenplatz in Ubbedissen, der keine guten Assoziationen aufkommen lässt, Chancenvernichtung im Minuten-Takt und ein deutlich zu niedrig ausgefallener Auswärtsieg
Ja, der Kunstrasenplatz in Ubbedissen. Aus den letzten Jahren ist mir vornehmlich eine Partie, die auf diesem Geläuf stattgefunden hat, im Gedächtnis geblieben, und diese war beileibe nicht gut. Es war das einzige Spiel, an das ich mich erinnern kann, bei dem Ötte schon zur Halbzeit den Platz verließ und sich weigerte die restlichen 45 Minuten zu betrachten. (Ich glaube nicht, dass ich darüber geschrieben hab, wer sich genauer informieren will, muss die „offiziellen Quellen“ im SVG-Forum bemühen, Herberger hat unter Garantie einen Spielbericht verfasst.) Meine Erwartungshaltung war dementsprechend gering, weshalb mich das Kombinationsspiel der Gadderbäumlinge bis zum Sechzehner positiv überraschte.
Der SVG dominierte die zweite Mannschaft des SV Ubbedissen in allen Belangen, war deutlich Feldüberlegen (mit dem damit einhergehenden Übergewicht an Ballbesitz) und fuhr einen Angriff nach dem anderen. Und damit ist dann auch schon das Hauptproblem der Dreesgen-Dribbler in jenem Spiel angedeutet. Die Chancenverwertung. Quasi im Minutentakt erspielten oder erarbeiteten sich der Gast eine Torgelegenheit nach der nächsten, wie wenig sie daraus machten, war jedoch mehr als erschreckend. Aus handgeschätzten 33 Chancen (davon in etwa ein gutes Dutzend sogenannte 100%-ige) im ersten Durchgang erzielte man lediglich drei Tore (Adrian, Luschi und Dennis). In der zweiten Hälfte wurde es nicht besser, eher im Gegenteil. Nach groben Schätzungen setzte man sich in etwa 40 mal bis zum Sechzehner durch, transformierte diesen Vorteil aber nur zu ungefähr halb so vielen Chancen und münzte zu allem Überfluss nur eine davon in einen Torerfolg um (Simon). Dafür, dass man etwa 80% der Spieldauer in des Gegners Hälfte verbrachte, war ein 4:0-Auswärtserfolg eine ziemlich magere Ausbeute und ich glaube auch die Ubbser waren am Ende mit den, relativ betrachtet, wenigen Gegentreffern ziemlich gut zufrieden. Nicht unterschlagen will ich, dass diese gegen Ende des Spiels auf die Idee kamen, wenn der Gast aus Gadderbaum schon keine Lust verspürte, Tore zu erzielen, könnte man es ja selbst auch einmal versuchen. Der Ehrentreffer wäre auch beinahe gelungen, dafür hätte der Querbalken des Tores allerdings etwas höher angebracht sein müssen.
#10 SV Gadderbaum – TuS Senne I 4:0
Das Spiel hab ich nicht gesehen, ergo fällt der Bericht ziemlich kurz aus. Nach den Informationen, die ich mir nebenan bei Manni Binz zusammengeklaut habe, spielte der SVG im 4-3-3/4-2-1-3: Sepp – Robert, Dennis, Max, Michel – Daniel, Luschi – Holle – Simon, Robin, Adrian. Tore: 1:0 Simon, 2:0 Adrian, 3:0 Simon 4:0 Marius.
#11 Auf in die Trabantenstadt, Auswärtsspiel in Sennestadt bei den dort heimischen Kickers
Am vergangenen Sonntag trat der SV Gadderbaum zum Auswärtsspiel auf dem roten Rasen der Kickers in Sennestadt an. Auf Grund des Fehlens einiger Stammkräfte (u.a. Grüße nach Neuseeland) liest sich die Aufstellung der Gadderbäumlinge, die abermals in einem 4-4-2-System mit Raute antraten, teilweise recht ungewohnt. Der Tross der SVG-Ultras konnte nach langer Zeit (Korrektor, scheinbar hat er in der Vorwoche ja auch schon gespielt) mal wieder Sepp im Tor bewundern und sich ob der ungewohnten Position von vanDammi, der den rechten Außenverteidiger gab, erstaunt die Augen reiben. Jaîme verteidigte auf der linken Bahn, Robert und Dennis innen. Die Raute im Mittelfeld füllten Luschi defensiv und Marius offensiv, sowie Adrian und Daniel auf den Außenpositionen mit Leben (zumindest war das zu Beginn mal intendiert). In der Angriffsreihe stürmten Simon und Robin. Beim System der Gastgeber war eine klare Struktur selten zu erkennen, wenn ich es richtig interpretiert habe, war es ein (etwas antiquiert wirkendes) 3-5-2 mit Libero in der Abwehr und ein bis zwei Vorstoppern im kompakten Mittelfeld. Vor allem im Verlauf der zweiten Halbzeit wurde die 3er-Abwehr von Mittelfeldspielern ergänzt, ungefähr nach dem Schema Libero + Manndecker + Außenverteidiger + Vorstopper (in etwa so wie Griechenland damals bei der euro 04), dazu im Mittelfeld noch der Sechser, quasi ein 5-1-3-1 (5-1-2-2) oder gar 6-1-2-1. Mag mich diesbezüglich aber auch irren, war von den uninspirierten Offensivbemühungen der Gadderbäumlinge derart abgelenkt (man könnte auch sagen, ich war zu sehr mit Aufregen beschäftigt), dass ich nicht so genau drauf geachtet habe.
Die Partie erwies sich im Großen und Ganzen als relativ hölzernes Gebolze ohne großen Spielfluss oder intelligenten Spielaufbau. Vom Gadderbaumer Spielgeschehen blieb (mir) am Nachhaltigsten die Entgegennahme von Gegentreffern im Gedächtnis. Das erste dieser Art stand unter dem Motto: Luftlochschlagen mit anschließender freundlicher Gruppenbegleitung des Torschützen, das zweite konnte durch die Maxime ‘wenn keiner von uns zum Ball geht, wird es der Gegner bestimmt auch nicht tun’ erworben werden. Das finale dritte Gegentor resultierte aus einem Konter in der Schlussminute, als beim SVG hinten längst auf 3er-Kette umgestellt worden war und lässt sich in die Rubrik ‘jetzt auch Wurscht/eher belanglos’ einordnen.
Trotz des, wie erwähnt fehlenden Spielflusses hatte auch die Gadderbäumlinge ausreichend Torchancen, um die Partie zu gewinnen, aber ebenso wie beim Verhindern von Gegentreffern demonstrierten die Dreesgen-Dribbler an jenem Tag auch beim Erzielen eigener Treffer haufenweise Unvermögen. Mehr will ich zum betreffenden Spiel nicht sagen, in meinen Augen hat der Kick weitere Zeilen auch nicht verdient (um ehrlich zu sein, mein Seminar ist zu Ende).